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Betrachtung
eines Liebhabers.
Es muss im
Jahre 1989 gewesen sein, dasz ich in der süddeutschen Kleinstadt Freiburg einem
niederländische Kunstsammler begegnete, der mir einige Photografieen vom Werk
seines Landsmannes Cornelius Knops zeigte.
Seitdem
verfolge ich die Entwicklung dieses Künstlers mit steigender Achtung.
Für mich
steht das Knopsche Werk in der modernistischen Tradition. Das ist ja – da wir
doch halbwegs der neunziger Jahre den Postmodernismus schon hinter uns haben
scheinen – das ist also inzwischen ein regelrechter Anachronismus und zeugt
deswegen von Mut und Konsequenz.
Knops’Werke
zeigen die Vitalität der modernistischen Tradition: noch immer lohnt es um
Farbe, Form und Komposition zum Thema der Kunst zu wählen. Noch immer gibt es Künstler,
die die künstlerischen Mittel untersuchen auf ihrer immanenten Aussagekraft.
Das scheint
ein kaltes rationelles Anliegen, ist aber – wie alle Kunst – ein permanentes
Balanzieren zwischen Ratio und Gefühl, zwischen Überlegung und Impuls, Abstand
und Nähe, Vergangenheit und Gegenwart, letzendes: Tot und Leben.
Im Grunde hat
das modernistische Verfahren ausgesprochen alchimistische Züge: sie versucht
aus dem Einfachsten und Nächsten etwas Wertvolleres, Schöneres zu machen.
In dem
Gelingen dieses Verfahrens aber scheint das Einfache und Nächste immer durch.
Modernistische
Kunst wertet so unsere Realität auf: nicht indem sie unsere Köpfe von der
Realität wegdreht in Richtung einer schöneren, heileren Welt, sondem dadurch
dass sie uns zwingt unserer Realität anders, kreativer zu betrachten.
Wer Knops zu
solchen Themen befragt, stösst auf dem Staunen de Künstlers.
Ich weiss
das, seitdem ich mal mit ihm auf dem Dommel geangelt habe. Angeln ist nämlich
eine andere seiner Leidenschaften.
In seinem
kleinen Boot versuchte ich damals unsere Diskussion auf den modernistischen
Charakter seiner Kunst zu lenken. Knops aber antwortete mit der Naivität des
richtigen Künstlers: “Nun ja, das sind alles ja richtig grosse Worte. Für
mich kommt es halt darauf an, dass ein Bild mir gefällt. Und es gefällt mir,
wenn mein Streit mit dem Material, mit Farben und Formen also, etwas beständig
Schönes liefert. Mit dem Tradition habe ich wenig am Hut, ich liebe nur die
Bilder, nicht die Strömung oder Gattung, verstehst du Serenus?”.
Ich verstehe
das schon, aber habe nun mal als Kunsthistoriker den Auftrag dieses
Individuelles, dieses Persönliches irgendwie im Allgemeinen zu verankern.
Das heisst
wenn dies Individuelle das verdient. Und davon bin ich beim Knopschen Werk überzeugt.
Dr. Serenus Sauerteig, Kunsthistoriker, Freiburg - D.
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